Sie bauen einen Erdbohrer, eine Kehrmaschine oder vielleicht eine Forstseilwinde. Sie kaufen einen Hydraulikmotor, bauen ihn in die Maschine ein, starten die Pumpe... und voller Erfolg! Die Welle dreht sich wie verrückt. Die Freude währt jedoch nur, bis der Bohrer den Boden berührt. Der Motor stoppt sofort, und das Öl heult am Überdruckventil auf.
Ein kaputter Motor? Eine zu schwache Pumpe? Oder ist nach kurzer Zeit die Gummidichtung der Motorwelle herausgesprungen und die Maschine läuft mit Öl voll?
Die Experten von BRhydraulic zerlegen Hydraulikantriebe in ihre Einzelteile. Erfahren Sie, wie Sie den richtigen Motor für enorme Kraft auswählen und warum ein zusätzliches Rohr (Drainage) Sie vor der Zerstörung Ihrer Ausrüstung bewahrt.
1. Geschwindigkeit vs. Kraft (Warum hat der Motor "keine Kraft"?)
Bei der Auswahl eines Orbitalmotors (beliebte Serien wie BMR, BMS, BMT) achten Kunden meistens auf den Preis und kaufen Modelle mit geringem Hubraum (z. B. 50 cm³ oder 80 cm³). Das ist ein grundlegender Fehler bei Maschinen, die viel Kraft benötigen.
Sie müssen sich das Spiegelbild des Prinzips merken, das wir bei Pumpen beschrieben haben:
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Ölfluss (l/min) = DREHZAHL (U/min) des Motors. Je mehr Liter Öl Sie pumpen, desto schneller dreht sich die Welle.
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Motorhubraum (cm³) + Druck (bar) = DREHMOMENT (Kraft). Wie funktioniert das in der Praxis? Ein kleiner Motor (z. B. 50 cm³), angetrieben von einer Standardpumpe, dreht sich unglaublich schnell, aber Sie können ihn sprichwörtlich "mit bloßen Händen" anhalten. Er hat keine physische Möglichkeit, ein hohes Drehmoment zu erzeugen. Wenn Sie einen Erdbohrer bauen, benötigen Sie einen Motor mit großem Hubraum (z. B. 315 cm³ oder 400 cm³). Dieser dreht sich langsam (z. B. 100 Umdrehungen pro Minute), aber sein Drehmoment kann harte Wurzeln im Boden problemlos zerreißen. Goldene Regel: Wählen Sie für schwere Arbeiten immer Motoren mit größerem geometrischen Hubraum!
2. Das Geheimnis der explodierenden Dichtung (Leckleitung / Drainage)
Sie haben einen Motor gekauft, die Zufuhr (A) und den Rücklauf (B) angeschlossen, die Maschine läuft, bis plötzlich Öl um die Antriebswelle spritzt. Sie haben die Dichtung wieder eingesetzt, aber die Situation wiederholt sich. Was ist passiert?
Orbitalmotoren haben innen mikroskopisch kleine Undichtigkeiten (aufgrund ihrer Bauweise). Ein Teil des unter Druck stehenden Öls gelangt in das Gehäuse (die sogenannte Wellenkammer). Wenn dieses Öl nicht entweichen kann, steigt der Druck und drückt das schwächste Element heraus – die Gummidichtung der Welle (Simmerring).
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Lösung: Die meisten Motoren haben ein drittes, kleines Gewinde am Gehäuse (oft in Diagrammen als T oder Drain bezeichnet). Dies ist die sogenannte Leckleitung (Drainage).
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Wenn Ihr Motor unter hoher Last arbeitet oder der Rücklaufkreis einen hohen Widerstand aufweist, müssen Sie diesen Anschluss mit einem separaten Schlauch drucklos direkt an den Öltank anschließen. Dadurch fließt das "schmutzige" Öl ungehindert aus dem Gehäuse ab, und die Wellendichtung wird nie wieder herausschießen.
3. Stoßventil (Quer-) – Rettung vor Wellenbruch
Sie haben einen schweren Erdbohrer oder eine massive Bürste in der Kehrmaschine in Schwung gebracht und lassen plötzlich den Hebel des Steuerventils auf Null. Der Steuerventil schließt den Ölfluss wie eine Betonwand. Was passiert mit der rotierenden Bürste?
Aufgrund der enormen Trägheitskraft möchte die Bürste weiterdrehen. Dabei verwandelt sie den Hydraulikmotor in eine Pumpe! Der Motor versucht, Öl zu fördern, stößt aber auf das geschlossene Steuerventil. Der Druck im Schlauch steigt innerhalb von Sekundenbruchteilen auf kritische Werte, was meistens zum Zermahlen der Zahnräder im Motor oder zum Abreißen der Welle führt.
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Wie vermeidet man das? Montieren Sie immer direkt am Motor ein Kreuz-Überströmventil (Stoßventil). Wenn Sie den Fluss abrupt stoppen, lässt dieses Ventil den steigenden Druck von einer Seite des Motors sanft auf die andere ab, sodass die rotierende Masse sanft und sicher abbremsen kann.
Zusammenfassung
Die Auswahl eines Hydraulikmotors ist kein Ort für Kompromisse. Ein schneller Motor hat keine Kraft, und das Fehlen von Drainage- und Sicherheitsventilen führt bei der ersten schweren Arbeit zu einem Ausfall. Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Motor Ihren Bohrer antreibt – kontaktieren Sie unser Team!