Schiebediagramme in Hydraulikverteilern (E, G, J, H) – was bedeuten sie und welches ist das richtige?

Suwak

Sie suchen einen neuen Hydraulikverteiler. Sie wissen bereits, dass Sie den CETOP-03-Standard, eine 24-V-Stromversorgung und eine Fördermenge von 60 l/min benötigen. Im Katalog erwartet Sie eine ganze Reihe von Buchstaben: 4WE6E , 4WE6G , 4WE6J ... Was bedeuten diese Bezeichnungen?

Hydraulische Schieber

Dieser einzelne Buchstabe im Produktcode kennzeichnet den wichtigsten Parameter des gesamten Ventils – den Spulentyp (Durchflussmuster) . Er bestimmt das Verhalten des Öls im stromlosen Zustand (Neutralstellung). Die Wahl des falschen Buchstabens führt unweigerlich zu Problemen: von Druckabfall über geplatzte Schläuche bis hin zur komplett durchgebrannten Hydraulikpumpe.

In diesem Leitfaden erklären Ihnen die Experten von BRhydraulic die vier gängigsten Industrieschieber-Bauarten. Wir erläutern ihre Funktionsweise und für welche Maschinen sie geeignet sind.


1. Schema E (Schieberegler-Abschaltung / Geschlossene Mitte)

Dies ist das einfachste und am häufigsten verwendete Schieberventil in industriellen Systemen mit Verstellpumpen.

  • Funktionsweise in Neutralstellung (kein Strom): Alle vier Anschlüsse (P - Zuleitung, T - Rückleitung, A und B - Ausgänge zum Aktor) sind vollständig abgeschaltet und blockiert .

  • Das bedeutet in der Praxis: Öl von der Pumpe kann nicht durch das Ventil in den Tank fließen (Anschluss P ist geschlossen). Gleichzeitig ist der Zylinder hydraulisch blockiert (Anschlüsse A und B sind geschlossen), sodass die Last stabil in der Luft hängt.

  • Anwendung: Industriepressen, Spritzgießmaschinen und Systeme, bei denen die Pumpe selbst ihren Förderstrom auf Null reduziert, wenn der Druck im System steigt (Mehrkolbenpumpen).

  • ⚠️ Warnung: Verwenden Sie niemals eine E-Schnecke in einfachen Zahnradpumpensystemen (konstantes Fördervolumen) ohne zusätzliches Überdruckventil! Die Pumpe wird sofort ausfallen, da das Öl nicht abfließen kann.

2. Schema G (Pumpenentladung / Tandemzentrum)

Dies ist absoluter Standard bei kleineren Systemen, die mit günstigen Zahnradpumpen betrieben werden.

  • So funktioniert es in der Neutralstellung: Die Ausgänge des Aktuators (A und B) sind blockiert, aber der Zufuhrkanal von der Pumpe (P) ist offen und direkt mit dem Abfluss zum Tank (T) verbunden .

  • Das bedeutet in der Praxis: Der Aktor ist verriegelt und hält die Last. Das vom Aktor geförderte Öl kann jedoch ungehindert durch das Ventil fließen und ohne Druckaufbau in den Behälter zurückfließen.

  • Anwendungsbereiche: Hydraulikaggregate mit Konstantverdrängerpumpen, kleinere Werkstattpressen und Spaltmaschinen. Der G-Schlitten ermöglicht es der Pumpe, im Leerlauf zu laufen und so eine Überhitzung des Öls zu verhindern.

3. Diagramm J (Motorschieber geöffnet)

Kommen wir nun zu Drehantrieben. Hydraulikmotoren funktionieren aufgrund ihrer starken Trägheit nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

  • Funktionsweise in der neutralen Position: Der Zufuhranschluss (P) ist blockiert. Die Empfängeranschlüsse (A und B) sind jedoch geöffnet und mit dem Tankablauf (T) verbunden .

  • Das bedeutet in der Praxis: Wenn Sie eine schwere Trommel oder einen Bohrer antreiben und den Knopf plötzlich loslassen, versucht der Hydraulikmotor aufgrund seiner Trägheit weiterzulaufen (und fungiert somit als Pumpe). Die J-förmige Spule ermöglicht es ihm, Öl durch Anschluss T anzusaugen und auf der anderen Seite wieder auszustoßen, sodass der Motor sanft zum Stillstand kommt.

  • Anwendung: Antrieb von Hydraulikmotoren (z. B. Bohranlagen, Winden mit mechanischer Bremse, Wickelmaschinen).

  • ⚠️ Warnung: Die Verwendung eines E-Schiebers (geschlossen) an einem Hydraulikmotor kann beim Anhalten dazu führen, dass die Schläuche platzen oder die Motorwelle zerstört wird!

4. Schema H (Vollfluss / Offenes Zentrum)

Dies ist der Schieberegler für die „maximale Öffnung“.

  • So funktioniert es in der neutralen Position: Alle Anschlüsse (P, T, A, B) sind miteinander verbunden .

  • Das bedeutet in der Praxis: Öl fließt ungehindert von der Pumpe in den Vorratsbehälter und entlastet so das System. Gleichzeitig bleiben die Betätigungsanschlüsse für einen Überlauf geöffnet.

  • Anwendung: Systeme, bei denen sich der Aktor oder Motor unter dem Einfluss äußerer Kräfte völlig frei bewegen muss (z. B. ein frei fallender Arm unter seinem Eigengewicht oder ein schwebender Arm in landwirtschaftlichen Maschinen).

Zusammenfassung

Bei der Bestellung eines Verteilers sollten Sie immer das siebte oder achte Zeichen im Herstellercode überprüfen.

  • Tragfähigkeit und variable Pumpenleistung? Wählen Sie E.

  • Sie müssen ein Gewicht halten und eine Zahnradpumpe haben? Wählen Sie G.

  • Einen Motor mit hoher Massenträgheit ansteuern? Wählen Sie J.

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