Sie heben einen schweren Strohballen oder eine volle Schaufel Sand an, parken den Traktor und schalten den Motor aus. Eine Stunde später kommen Sie zurück, und die Last ist bereits einen Meter tiefer, obwohl der Hebel des Steuerventils in Neutralstellung ist. Kennen Sie dieses Szenario?
Das selbsttätige Absinken von Zylindern (im Volksmund als "Nachlassen" bezeichnet) ist der Fluch von Bedienern von Frontladern, Baggern oder Kippern. Die häufigste Reaktion ist Wut auf das Steuerventil, aber in 80 % der Fälle liegt der Fehler ganz woanders – im Inneren des Zylinders.
Die Experten von BRhydraulic zerlegen die Anatomie eines Hydraulikzylinders in seine Einzelteile. Finden Sie heraus, warum der Zylinder "nicht hält" und erfahren Sie, wie ein einfacher Austausch der Kolbenabdichtungen die Präzision Ihrer Arbeit retten kann.
1. Externe vs. interne Leckage: Wohin entweicht das Öl?
Wenn Sie Öl sehen, das vom Zylinder entlang der verchromten Stange (Kolbenstange) tropft, ist die Sache klar: Die Dichtungen der Stopfbuchse (vorne) sind gebrochen. Dies ist eine sogenannte externe Leckage. Sie ist sichtbar, schmutzig und ärgerlich.
Zylinder, die jedoch die Last "nachlassen" lassen, sind von außen meist staubtrocken. Dann haben wir es mit einer internen Leckage zu tun.
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Anatomie des Problems: Im Inneren eines doppeltwirkenden Zylinders trennt der Kolben zwei Kammern: eine Schub- und eine Zugkammer. Wenn Sie eine Last anheben, füllt Öldruck eine der Kammern. Am Kolbenumfang befinden sich spezielle Dichtringe (Kolbenabdichtungen).
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Auswirkungen des Verschleißes: Wenn diese internen Dichtungen abgenutzt, zerkratzt oder verhärtet sind, beginnt das Öl unter dem Gewicht der Last langsam durch den Kolben von einer Kammer in die andere zu "schmuggeln". Da das Öl nicht nach außen entweicht, fährt der Zylinder einfach langsam ein, und die Last sinkt ab.
2. Der stille Killer Nr. 2: Zerkratzte Kolbenstange
Werfen wir einen Blick in den Öltank. Am Rohr, das das Öl zur Pumpe saugt, befindet sich normalerweise ein Stahlsieb – der Saugfilter. Was passiert, wenn Sie ihn vergessen und er mit Schmutz verstopft ist?
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Pumpe im Hungerzustand: Die Pumpe versucht, dickflüssiges Öl anzusaugen, aber der verstopfte Filter leistet einen enormen Widerstand. Es entsteht ein Unterdruck.
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Kavitation: Aufgrund des Vakuums beginnen sich Luftblasen aus dem Öl zu lösen (das Öl beginnt "kalt zu kochen"). Wenn diese Blasen auf die Druckseite der Pumpe treffen (wo 200 bar herrschen), implodieren sie schlagartig (fallen in sich zusammen).
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Folge: Diese Mini-Explosionen haben eine so enorme Kraft, dass sie mikroskopisch kleine Eisen- oder Aluminiumteile aus dem Inneren des Pumpengehäuses reißen. Die Pumpe beginnt furchtbar laut zu heulen und zerstört sich innerhalb kurzer Zeit selbst.
3. Drei Verteidigungslinien: Wo sollen Filter montiert werden?
Damit das System jahrelang lebt, muss es an den entsprechenden Stellen geschützt werden. Ein gewöhnliches "Sieb" im Tank reicht nicht aus.
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Saugfilter (im Tank): Schützt die Pumpe vor dem Ansaugen großer Partikel (z. B. einer gebrochenen Feder, Teflonstücken, Muttern). Überprüfen Sie immer, ob er nicht mit Schlamm verstopft ist!
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Rücklauffilter (der wichtigste!): Montiert am Schlauch oder Gehäuse des Tanks, direkt vor dem Ölrücklauf. Das von den Zylindern zurückkehrende Öl (das Schmutz von Dichtungen und verschleißenden Zahnrädern sammelt) durchläuft einen feinen Filtereinsatz aus Glasfaser oder Papier (oft 10-25 Mikrometer), bevor es wieder in den Tank gelangt. Dies ist ein absolutes Muss für jede Maschine.
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Druckfilter (für Profis): Montiert in der Hochdruckleitung (direkt nach der Pumpe). Er wird in Forst- und Baumaschinen eingesetzt, wo ein Schaden an der leistungsstarken Pumpe Späne direkt in die extrem teuren und empfindlichen Proportionalventile schleudern würde.
Zusammenfassung
Das Ignorieren eines absinkenden Zylinders bedeutet nicht nur mangelnde Präzision, sondern auch das Risiko eines plötzlichen Lastabwurfs und einer Beschädigung der Maschine oder einer Zerkratzung der Zylinderlauffläche, was eine kostspielige Reparatur zur Folge hätte. Die Einsparung von ein paar Dutzend Zloty für einen Filterpatronen endet meistens mit einem Schaden, der Tausende kostet. Kümmern Sie sich um die "Nieren" Ihres Systems, und es wird Ihnen mit jahrelanger, störungsfreier Arbeit danken!