Sie fahren morgens zur Baustelle oder aufs Feld. In den ersten beiden Stunden ist der Bagger oder Traktor voller Arbeitsdrang, und die Bewegungen der Zylinder sind blitzschnell. Doch je höher die Sonne am Himmel steht, desto träger wird die Ausrüstung. Die Maschine verliert an Kraft, die Pumpe beginnt beunruhigend zu heulen, und aus der Nähe des Tanks ist ein spezifischer Geruch von überhitztem Öl wahrzunehmen. Klingt bekannt?
Das Phänomen des „Leistungsverlusts nach dem Warmlaufen“ ist eines der häufigsten Probleme, die von Bedienern gemeldet werden. Es zu ignorieren, ist ein direkter Weg zum Pumpenfraß und einer Generalüberholung des Systems. Die Experten von BRhydraulic haben sich die Kühlsysteme genauer angesehen. Erfahren Sie, woher die mörderische Hitze kommt, was hohe Temperaturen im Inneren der Maschine anrichten und warum der Ölkühler Ihr bester Freund ist.
1. Woher kommt das kochende Wasser im System?
Ein Hydrauliksystem ist vereinfacht ausgedrückt ein System zur Umwandlung von mechanischer Energie (vom Motor) in hydraulische Energie (Öldruck) und dann wieder in mechanische Energie (Zylinderbewegung). Leider gibt es in der Physik keine zu 100 % effizienten Systeme. Ein Teil der Energie entweicht immer in Form von Wärme.
Was erwärmt das Öl am stärksten?
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Innenreibung: Öl, das mit hoher Geschwindigkeit durch enge Leitungen und Verteilerkanäle strömt, erwärmt sich auf natürliche Weise.
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Arbeit am Überdruckventil: Wenn die Maschine überlastet ist (z. B. der Zylinder am Ende angekommen ist und Sie den Hebel weiter halten), drückt sich der gesamte Förderstrom der Pumpe durch das Sicherheitsventil zurück in den Tank. Das wirkt wie ein gigantischer, mechanischer Wasserkocher!
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Verschlissene Pumpe: Erhöhtes Spiel im Inneren der Pumpe führt dazu, dass ein Teil des Öls, anstatt ins System zu fließen, im Pumpengehäuse im Kreis gerührt wird und dabei extreme Wärmemengen erzeugt.
2. Die tödliche Grenze von 80°C. Was passiert mit überhitzter Hydraulik?
Die optimale Betriebstemperatur für die meisten Hydrauliksysteme liegt zwischen 40°C und 60°C. Wenn die Temperatur 80-90°C überschreitet, beginnt im System ein echtes Drama:
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Viskositätsverlust (Öl wird wie Wasser): Erhitztes Öl wird dünnflüssig. Der „Schmierfilm“ verschwindet, was bedeutet, dass Metallteile im Inneren der Pumpe und des Verteilers trocken aneinander reiben. Dünnflüssiges Öl entweicht auch leichter durch jegliches Spiel, was direkt erklärt, warum die Maschine an Kraft verliert und langsamer wird.
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Tod der Dichtungen: Wie wir in früheren Artikeln geschrieben haben, halten Standarddichtungen aus NBR-Gummi bis etwa 90°C. Oberhalb dieses Wertes härten sie aus, werden spröde und beginnen, Öl aus jedem Zylinder und jeder Verbindung zu lassen.
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Ölabbau: Überhitztes Öl oxidiert schneller. Es scheiden sich Lacke und Schlämme ab, die Filter verstopfen und präzise Schieber in Verteilern blockieren.
3. Ölkühler – die erste Verteidigungslinie
Bei kleinen Systemen reicht es aus, wenn die Wärme über die Stahlwände des Öltanks abgeführt wird. Bei schweren Maschinen (Bagger, Lader, Mähdrescher) reicht das nicht aus – ein Hydraulikölkühler ist unerlässlich.
Am beliebtesten sind Luftkühler (Aluminiumradiator + Ventilator). Damit der Kühler Ihr System jedoch retten kann, müssen Sie ihn pflegen!
BRhydraulic-Tipp: Selbst der größte und teuerste Kühler ist nutzlos, wenn seine Lamellen mit Staub, Spreu oder Schlamm verstopft sind. Die Luft kann dann nicht mehr hindurchströmen. Regelmäßiges Ausblasen des Kühlers mit Druckluft ist die wichtigste und günstigste Wartungsmaßnahme! Überprüfen Sie auch, ob der Thermostat den Ventilator korrekt einschaltet (falls er elektrisch angetrieben wird).
Zusammenfassung
Die Temperatur ist der stille Killer der Leistungshydraulik. Wenn Ihre Maschine nach einer Stunde Arbeit an Leistung verliert, geben Sie kein Gas und überfordern Sie sie nicht mit Gewalt. Halten Sie die Maschine an, überprüfen Sie die Temperatur des Tanks (wenn er heiß ist, ist es schlecht!) und diagnostizieren Sie das Problem. Möglicherweise ist ein verschmutzter Kühler, ein blockiertes Überdruckventil oder eine verschlissene Pumpe schuld.