Die alte Pumpe im Traktor begann zu heulen und verlor an Leistung. Sie kaufen eine nagelneue, nehmen die alte heraus (wobei Sie zufällig ein paar Späne am Boden des Tanks bemerken), montieren die neue und füllen das alte, aber "noch ganz schöne und transparente" Öl wieder ein.
In den ersten Wochen läuft die Maschine wie verrückt. Leider kehrt das Problem nach einem Monat zurück. Die Pumpe heult wieder und der Lader senkt sich. Sie rufen wütend im Laden an, dass man Ihnen "chinesischen Schrott" verkauft hat, und verlangen einen Garantieaustausch. Der Hersteller demontiert die Pumpe, lehnt den Anspruch ab, und Sie bleiben mit leeren Händen zurück. Was ist schiefgelaufen?
Die Experten von BRhydraulic erklären, warum altes Öl wie flüssiges Schleifpapier wirkt und wie die richtige Filterung Ihr Geld spart.
1. Die Illusion des "sauberen" Öls
Der größte Fehler in der Hydraulik ist die Beurteilung der Ölsauberkeit "nach Augenmaß". Nur weil das Öl klar ist und eine schöne, strohgelbe Farbe hat, bedeutet das keineswegs, dass es sauber ist!
Die Bauteile in Zahnradpumpen, Kolbenpumpen oder modernen Ventilen sind auf Bruchteile von Millimetern (sogenannte Mikrometer) genau aufeinander abgestimmt. Das menschliche Auge kann Schmutzpartikel erst ab einer Größe von etwa 40 Mikrometern sehen. Für die Pumpe am gefährlichsten sind jedoch harte Späne und Verunreinigungen von 5-15 Mikrometern Größe. Wenn diese mikroskopisch kleinen Partikel unter einem Druck von 200 bar im System zirkulieren, wirken sie wie Sandstrahlen und fressen eine neue Pumpe buchstäblich innerhalb weniger Wochen von innen auf.
2. Verstopfter Saugfilter und tödliche Kavitation
Werfen wir einen Blick in den Öltank. An dem Rohr, das das Öl zur Pumpe saugt, befindet sich normalerweise ein Stahlsieb – der Saugfilter. Was passiert, wenn Sie ihn vergessen und er mit Schmutz verkrustet?
-
Pumpe hungert: Die Pumpe versucht, dickflüssiges Öl anzusaugen, aber der verstopfte Filter leistet enormen Widerstand. Es entsteht ein Unterdruck.
-
Kavitation: Aufgrund des Vakuums beginnen sich Luftblasen aus dem Öl abzuscheiden (das Öl beginnt bei Kälte zu "kochen"). Wenn diese Blasen auf die Druckseite der Pumpe treffen (wo 200 bar herrschen), implodieren sie schlagartig (fallen in sich zusammen).
-
Folge: Diese Mini-Explosionen haben eine so enorme Kraft, dass sie mikroskopisch kleine Eisen- oder Aluminiumstücke aus dem Inneren des Pumpengehäuses herausreißen. Die Pumpe beginnt furchtbar laut zu heulen und zerstört sich innerhalb kurzer Zeit selbst.
3. Drei Verteidigungslinien: Wo sollen Filter montiert werden?
Damit das System jahrelang funktioniert, muss es an den entsprechenden Stellen geschützt werden. Ein einfaches "Sieb" im Tank reicht nicht aus.
-
Saugfilter (im Tank): Schützt die Pumpe vor dem Ansaugen großer Teile (z. B. gebrochener Feder, Teflonstücken, Muttern). Überprüfen Sie immer, ob er nicht mit Schlamm verklebt ist!
-
Rücklauffilter (am wichtigsten!): Wird am Schlauch oder Gehäuse des Tanks montiert, direkt vor dem Ölrücklauf. Das Öl, das von den Zylindern zurückfließt (und Schmutz von den Dichtungen und verschleißenden Getrieben sammelt), durchläuft einen feinen Filter aus Glasfaser oder Papier (oft 10-25 Mikrometer), bevor es wieder in den Tank gelangt. Dies ist ein absolutes Muss für jede Maschine.
-
Druckfilter (für Profis): Wird in der Hochdruckleitung (direkt nach der Pumpe) montiert. Er wird in Forst- und Baumaschinen eingesetzt, wo ein Ausfall einer leistungsstarken Pumpe Späne direkt in die extrem teuren und empfindlichen Proportionalventile schleudern würde.
Zusammenfassung
Der Austausch der Pumpe allein, ohne das System zu spülen und neue Filter einzusetzen, ist wie das Anziehen neuer, weißer Socken auf schmutzige Füße – der Effekt hält sehr kurz an. Die Einsparung von einigen Dutzend Zloty bei einem Filterelement führt in der Regel zu einem Ausfall, der Tausende kostet. Kümmern Sie sich um die "Nieren" Ihres Systems, und es wird Ihnen mit jahrelanger, störungsfreier Arbeit danken!